43. Aufschieben Reaction-Folge

Shownotes

In dieser Folge geht es um Aufschieberitis bei ADHS und darum, warum „Du musst dich einfach mehr motivieren“ bei einem neurodivergenten Gehirn ziemlich zuverlässig am eigentlichen Problem vorbeigeht. 😄

Ausgangspunkt für diese Folge ist ein Podcastgespräch einer Therapeutin zum Thema Aufschieben, bei dem bei mir ziemlich schnell sämtliche ADHS-Alarmglocken angesprungen sind. Denn während dort vor allem Prägungen, Glaubenssätze und mögliche Trauma-Muster betrachtet werden, habe ich an vielen Stellen gedacht: Moment mal … da könnte noch ein ganz anderes Betriebssystem mitmischen.

Also schauen wir uns das Ganze einmal durch die neurodivergente Brille an.

Du erfährst in dieser Folge unter anderem:

  • warum wir Dinge für andere manchmal problemlos erledigen können, während wir bei unseren eigenen Aufgaben wie festgeklebt sind
  • was das mit meinem NAVI/NAMI-Funktionsprinzip und dem Menschenfokus bei ADHS zu tun haben kann
  • warum ein ADHS-Gehirn oft deutlich mehr Energie braucht, um überhaupt erst ins Tun zu kommen
  • weshalb „Ich weiß doch, dass mir das guttun würde“ leider nicht automatisch bedeutet, dass wir es auch machen können
  • was die Metapher vom störrischen Esel mit Aufschieben zu tun hat und wo sie für mich an ihre Grenzen kommt
  • warum äußere Belohnungen und die berühmte „Möhre vor der Nase“ bei ADHS nicht unbedingt funktionieren
  • und weshalb es einen großen Unterschied machen kann, ob hinter einer Blockade Prägungen und Glaubenssätze stecken oder ob exekutive Dysfunktionen und ADHS-Paralyse mit hineinspielen

Außerdem sprechen wir darüber, was eigentlich passiert, wenn wir Aussagen wie „Gib immer dein Bestes“ wortwörtlich nehmen. Denn „mein Bestes“ bedeutet nicht zwangsläufig jeden Tag 100 Prozent. An manchen Tagen können 60 Prozent tatsächlich das Beste sein, was dein Nervensystem gerade leisten kann.

Und genau deshalb ist es mir so wichtig, Aufschieben nicht vorschnell als Faulheit, fehlende Willenskraft oder mangelnde Motivation abzutun.

Manchmal müssen wir nicht noch härter an uns ziehen oder uns stärker anschieben. Wir müssen erst einmal verstehen, warum unser Gehirn gerade auf der Bremse steht und was es braucht, um überhaupt ins Rollen zu kommen.

Gerade bei einer späten ADHS-Diagnose oder Selbstidentifizierung kann dieses Wissen rückblickend unglaublich viel erklären und dabei helfen, die eigene Geschichte endlich mit einer anderen Brille zu betrachten.

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Und vielleicht beobachtest du dich nach dieser Folge einmal selbst: Was bringt dein Gehirn wirklich ins Tun und wo versuchst du noch immer, deinen inneren Esel zu schieben oder zu ziehen? 😄

Segle mit mir los – auf die (gr)ND Line 🧭 Deine Kathi 💜🐧

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